Vatikanum II und die Wahrnehmung der Weltreligionen

Der neue Blick auf den Glauben und auf die Menschen, den das Zweite Vatikanische Konzil gewann, hatte auch Auswirkungen auf die Sicht auf die nichtchristlichen Religionen, die dank der Anerkennung der individuellen Religionsfreiheit automatisch aus Sicht des römisch-katholischen Glaubens eine grössere Anerkennung erfuhren. Der religiöse Pluralismus rückte so vermehrt in das Bewusstsein, und das universale heilsgeschichtliche Wirken von Jesus Christus wurde erstmals in seiner grossen Weite wahrgenommen. Wahrheit wurde so zur Wahrheit in Begegnung und Beziehung.
Franz Kardinal König nun wurde im Rahmen der päpstlichen Indien-Reise von Paul VI. beauftragt, das erste interreligiöse Treffen anlässlich des Eucharistischen Weltkongresses in Bombay zu leiten. In diesem Gespräch wurde nicht nur das Verhältnis des in der Heiligen Schrift bezeugten Handeln Gottes zu den anderen Religionen und das Heilshandeln Gottes in andern Religionen thematisiert, sondern auch, wie der Christ Menschen anderer Glaubensüberzeugungen zu begegnen hat.
(ufw; Roman A. Siebenrock: II. Die Wahrheit der Religionen und die Fülle der Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus, in: HerThK Vat II Bd. 5, 120–133, hier 121.)

Konzilsblogteam

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