Für Gerechtigkeit und Frieden – auch unter den Völkern

Die Stichworte Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden durchziehen den ganzen Pontifikat von Paul VI. Und er sah die Kirche als eine Vorreiterin dazu an. Das Stichwort Frieden begleitete Montini seit seiner Tätigkeit als enger Mitarbeiter von Pius XII., dessen Wahlspruch lautete: «Opus iustitiae pax.» Paul VI. erachtete die Entwicklung als moderne Spielart der Gerechtigkeit, die nur zusammen mit Frieden gedacht werden kann. Es war kein Zufall, dass Montini als Erzbischof von Mailand sich sehr um die meistens der Kirche stark entfremdeten Arbeiterschaft kümmerte.
Einen ersten Akzent zugunsten des Friedens setzte Paul VI. während seiner Reise nach Indien (2.–5. Dezember 1964), wo er in Bombay dem Eucharistischen Weltkongress beiwohnte. In diesem überwiegend nichtchristlichen Land formulierte er eine Botschaft für die Welt und präsentierte einen recht konkreten Vorschlag:
«Wir vertrauen euch unsere besondere Botschaft für die Welt an. Die Nationen sind aufgerufen, das Wettrüsten zu beenden und ihre Ressourcen stattdessen für die brüderliche Unterstützung der Entwicklungsländer einzusetzen! Möge jeder Nation ‹Gedanken des Friedens, nicht der Bedrängnis› und des Krieges denken und einen Teil der eigenen Rüstungsausgaben in eine grosse internationale Stiftung einzahlen, um so Nahrung, Kleidung, Schutz und medizinische Versorgung für die vielen unterentwickelten Völker zu gewährleisten!»
(ufw; Er 170–175, hier 175.)

Konzilsblogteam

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