Charles de Foucauld auf dem Konzil

«… gemeinsam mit denen unterwegs sein, von denen die Kirche manchmal so weit entfernt ist, die aber aufrichtig suchen» – so brachte Guy-Marie Riobé (1911-1978), seit 1963 Bischof von Orléans, in der bewegten Nachkonzilszeit einen zentralen Aspekt seines Beitrags als Bischof zur «Mission» der Kirche zum Ausdruck. Riobé wusste, wovon er sprach: während des Konzils gehörte der Bischof zu den entscheidenden Protagonisten der Erarbeitung des Missionsdekrets Ad gentes. Anfang November 1964 wurden hierfür entscheidende inhaltliche und prozedurale Weichen gestellt, u.a. durch Riobés vehementes Eintreten dafür, dass Yves Congar zu den redaktionellen Arbeiten herangezogen werden solle.
In seinen vielfältigen Einsatz für das Missionsdekret brachte Riobé (s. auch Konzilsblog vom 7. November 2014) auch die geistliche Grundhaltung ein, die er mit anderen, wie er selbst von Charles de Foucauld (1858-1916) geprägten Konzilsvätern in der auf dem Konzil entstandenen «Bruderschaft der Kleinen Bischöfe» teilte und vertiefte.
Gegen Ende des Konzils stellten die in dieser Bruderschaft zusammengeschlossenen Bischöfe, darunter auch die Deutschen Hugo Aufderbeck (Erfurt) und Julius Angerhausen (Essen), ihre Anliegen und Absichten in einem geistlichen Programm zusammen. Dieses endet mit einem Zitat Charles de Foucaulds, der ausgehend vom Jesuswort «Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan» (Mt 25,40) die Einheit von Gebet und tätigem Dienst am Nächsten betont.
(mq; PersLex 229-230; J.-F. Six, Guy-Marie Riobé. Evêque et prophète, Paris 1982, dort S. 268 das einleitende Zitat sowie S. 200ff. die Darstellung der Ereignisse im November 1964).

Konzilsblogteam

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