Fragen zulassen, um Antworten finden zu können

Was die Diskussion um die Ehetheologie betrifft, gab es am Konzil wie zu erwarten verschiedene Ansichten. Kardinal Ernesto Ruffini aus Palermo war für einen klassischen Ansatz, der sich auf Augustinus stützt. Am gleichen Tag (30. Oktober 1964) hielt Kardinal Leo Suenens eine Rede, in der er mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben wollte.
Ihm war es ein Anliegen, dass die päpstliche Kommission, die sich mit der Ehetheologie befasst, diese Frage aus der Sicht des Glaubens untersucht und abklärt, ob bis anhin auch wirklich alle relevanten Gesichtspunkte berücksichtigt worden sind oder nicht. Dann soll die Kommission auch die völlig neue Frage der Überbevölkerung behandeln, die wissenschaftlichen Erkenntnisse einbeziehen und diese neuen Erkenntnisse in einem Gesamtbild integrieren. So sollen die bisherigen Grundwahrheiten mit einer grösseren Genauigkeit ausgesagt werden, um die Grundwahrheiten an die Gegebenheiten der neuen Zeit anzupassen. «Fürchten wir uns nicht, an das Studium dieser Probleme heranzutreten. Es handelt sich um das Heil der Seelen, um das unsere Familien und das Heil der ganzen Welt. Hören wir auf den Heiligen Geist.»
(ufw; AdF 3, 259–261.)

Konzilsblogteam

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