Es braucht eine radikale Umgestaltung

Das Konzil muss entschiedene und deutliche Texte verabschieden, sonnst werden sie in der Praxis nichts ausrichten.
Aus diesem Grund schaut Bischof D’Souza im Text über das Laienapostolat genau hin und stösst sich am Zitat «Nichts ohne den Bischof» (von Ignatius von Antiochien). «Wieviel grober Missbrauch ist schon mit diesem Wort getrieben worden». Unbeschadet der Rolle des Bischofs sei es nicht richtig, dass nichts in der Kirche geschehen dürfe, was nicht aus der Initiative, gemäss den Ideen eines Bischofs geschehe, nichts, was nicht ein Bischof ausdrücklich angeordnet oder gebilligt habe. «Vergessen wir nicht, dass das Volk Gottes kein totalitärer Staat ist, in dem alles von oben regiert wird. Wo bleibt dann die Freiheit der Kinder Gottes?»
Zu der Reform, die das Konzil zur Erneuerung der Kirche anstrebt, gehört die Überwindung des Klerikalismus. Die Konzilsvorlage zum Laienapostolat ist für D’Souza die Stunde der Wahrheit, ob die Konzilsväter wirklich bereit sind, hier Schritte zu tun, ob sie wirklich bereit sind, die Würde der Laien anzuerkennen. Der indische Bischof ist um Beispiele nicht verlegen. Ob zur Repräsentation der Kirche bei internationalen Organisationen, ob in den vatikanischen Kongregationen, ob im diplomatischen Dienst: an vielen Stellen könnten Kleriker durch Laien ersetzt werden. In diesen Hinsichten bedürfe es in der Kirche einer «radikalen Umgestaltung».
An drei Stellen seiner Rede bezieht sich D’Souza auf das unabdingbare Wirken des Geistes, damit die Konzilstexte nicht tote Buchstaben bleiben. «Erbitten wir der Kirche häufig den Heiligen Geist, damit es uns nicht an Erleuchtung und Kraft fehlt, diese Veränderungen herbeizuführen».
(emf; vgl. AS 3/4,58-60; AdF 2,43f)

Konzilsblogteam

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