Zum Leitungsstil der Bischöfe

«Damit eine Diözese in geordneter Weise geleitet wird, bedarf es einer ständigen Kommunikation zwischen dem Bischof und den Laien und Priestern»: Kardinal Paul Emile Léger steigt am 21. September 1964 kritisch in die Diskussion über den Konzilstext betreffend den Hirtendienst der Bischöfe ein. Die Vorlage sei viel zu allgemein und beschreibe das Bischofsamt in einer nicht mehr zeitgemässen Form. Léger pocht darauf, dass es eine grössere Nähe der Bischöfe zu den Menschen, für die sie verantwortlich sind, braucht, sowie einen neuen Leitungsstil und eine neue Gestalt von Seelsorge.
Für die Verkündigung stellt er drei Prinzipien auf:
(1) Wir müssen so sprechen, dass man uns hören und verstehen kann.
(2) Es muss das ganze Geheimnis Christi gelehrt werden und nicht nur ein Register oder einen Index der verbotenen Dinge.
(3) Die Verkündigung soll demütig sein.
Zum letzteren Punkt gehört auch die äussere Form des Auftretens. Léger knüpft hier an andere (auch eigene) Reden an, die bereits zu Kleidung, Rangabzeichen und Titel sowie Lebensstil Stellung genommen hatten. Er meint: «Vielleicht wäre dieses hirtenamtliche Dekret der richtige Ort, im Geist der Demut und Armut auch die Grundlage einer Erneuerung in dieser Sache [Ehrenzeichen, Anreden, Lebensstil] festzulegen».
(emf; vgl. AS 3/2, 219-222)

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