Wider eine bischöfliche Beratungsresistenz

Am 22. September 1964 stand in der Konzilsaula das Dekret «Christus Dominus» über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche zur Diskussion. Es war das erste Mal, dass sich auch Leonidas Proaño, Bischof von Riobamba  in Ecuador zu Wort meldete. In seinem Votum betonte er, es sei notwendig, dass sich die Bischöfe als erste zur Erneuerung verpflichten und dem Volk ein neues Bischofsbild vermitteln. Dazu gehört nach seiner Meinung u.a., dass ein Bischof sein ihm anvertrautes Volk wirklich kennt, sich ihm bescheiden und liebevoll nähert, den Dialog sucht und für alle Menschen zugänglich ist. Ein Bischof soll sich auch Kritik gefallen lassen, weil solche Kritik nicht zur Minderung vielmehr zur Stärkung seiner wirklichen Autorität beitrage. Bischof sein – so der Bischof der Indios – bedeute führen; genau dies aber verlange die Kenntnis eigener Grenzen sowie die demütige Bitte um Rat von anderen.
(Hier gibt es eine Biografie über Leonidas Proaño: http://www.mzf.org/files/224/Gruene_Reihe_108.pdf)
(Giancarlo Collet)
 

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