Schule des Glaubens

Viele Seminaristen, Priester und Ordensleute lasen dem Freiburger Dompropst Claude Ducarroz zufolge mit grossem Gewinn das im Sommer 1964 erschienene Büchlein Comme s’il voyait l’invisible. Un portrait de l’apôtre aujourd’hui des Dominikaners und Arbeiterpriesters Jacques Loew. 1968 erschien die deutsche Übersetzung Auf dein Wort hin. Ein Bild des Apostels heute. Dort heisst es (gegenüber dem Originaltext leicht abgewandelt): «Die besten Experten des kürzlich abgehaltenen Konzils meinen ebenfalls, dass das Wichtigste nicht die unmittelbar getroffenen Entscheidungen sind, sondern der neue Schwung der Kirche in den kommenden Jahren. So wird auf seiten der Menschen wie auf seiten der Kirche die Stunde, der wir entgegengehen, mehr als je die Stunde der Mission in ihrer grundlegenden Wirklichkeit sein: die Verkündigung der unendlichen Bestimmung des Menschen und die Vereinigung aller Menschen als Kirche.»
Jacques Loew, Vertrauter Papst Pauls VI. und in Kontakt mit dem 1965 zum Kardinal ernannten Freiburger Theologen Charles Journet, betrachtete in der Nachkonzilszeit manche Entwicklung mit Skepsis und Sorge. Nicht zuletzt im Rahmen der Arbeit der von ihm 1969 gegründeten École de la foi in Freiburg aber konnte Jacques Loew immer neu mit dem Konzil in die Schule des Glaubens gehen, wie man im Anschluss an Claude Ducarroz, einem seiner Nachfolger als Direktor der École de la foi, formulieren könnte.
 
(mq; Zitat: Jacques Loew, Auf dein Wort hin. Ein Bild des Apostels heute. Graz: Styria, 1968, 243f.; Hintergründe bei Claude Ducarroz, Jacques Loew et Vatican II. In: Guy Bedouelle, Mariano Delgado [Hg.], La réception du Concile Vatican II par les théologiens suisses. Die Rezeption des II. Vaticanums durch Schweizer Theologen [Studia Friburgensia, Series historica 7]. Fribourg: Academic Press Fribourg, 2011, 73-80 [obiges Zitat im frz. Original ebd., 74]).

Konzilsblogteam

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