Auf dem Weg zu einem «Missionsschema»

Johann Baptist Zoa, Erzbischof von Yaoundé (Kamerun), meinte zu den «Leitsätzen über die missionarische Tätigkeit der Kirche»:
«Das Schema über die Mission ist von grundlegender Bedeutung. Es ist wesentlich für das Gleichgewicht der Konzilsschemata, weil es daran erinnert, dass es die erste aller Aufgaben der Kirche ist zu predigen und zu taufen. Es ist wesentlich unter den gegenwärtigen Umständen, weil die Kirche sich immer mehr der Tatsache bewusst wird, dass nach zweitausend Jahren ein grosser Teil der Menschheit dem Evangelium noch fremd ist oder ihm fremd zu werden droht. Es ist wesentlich, weil die Krise der heutigen Welt – und hauptsächlich das Ende der Kolonialzeit – dazu zwingt, das Problem in einer ganz neuen Weise zu sehen. Das Missionsschema ist schliesslich deswegen wesentlich, weil es eine Krise des Missionsgeistes gibt, die – zumindest teilweise – auf ein Versagen der Theologie zurückzuführen ist. Aus diesen Gründen ist es notwendig, unserem Schema eine tragfähige Missionstheologie zugrunde zu legen.
Es ist vor allen Dingen notwendig darzutun, dass die Mission ihren Quellgrund in der Sendung des Wortes und des Geistes hat. Es ist diese Sendung des Wortes und des Geistes, die in und mittels der Kirche fortgeführt wird; die Kirche ist ihr Instrument.
Es ist notwendig darzutun, dass die Mission der wesentliche Inhalt der gegenwärtigen Geschichte, unserer Zeitgeschichte, ist. Sie ist in der Tat für uns die Fortführung der heiligen Geschichte, der Geschichte der Taten Gottes. Wenn wir das, was der Menschengeist im Fortschritt der Wissenschaft und in der Organisation der Welt zuwege bringt, bewundern, müssen wir mehr noch bewundern, was die Macht Gottes in der Bekehrung und der Heiligung der Herzen bewirkt.
Es ist notwendig, in der Mission jenen Aspekt der Kirche sichtbar zu machen, der in der tatsächlichen Bekehrung der gesamten Menschheit besteht. Das ist der eigentliche Gesichtspunkt unseres Schemas. Es würde etwas Wichtiges fehlen, wollte man die Kirche nur als Institution und Zeichen betrachten. Sie ist auch die Wiedervereinigung aller Menschen.
Es ist schliesslich notwendig darzutun, dass die Fortführung der Menschwerdung, die die Mission ist, nicht nur darauf zielt, Seelen zu retten, sondern den ganzen Menschen, Individuum und Gemeinschaft ergreifen will. Mission besagt Evangelisierung der verschiedenen Kulturen; diese ist notwendig, um das Evangelium allen, besonders den Armen, zugänglich zu machen. Es gibt kein christliches Volk, ohne die Schaffung einer Umwelt, die es schützt, und ohne Verchristlichung der gesellschaftlichen Gefüge. Eine solche Evangelisierung der Kulturen ist eine Bereicherung für die Kirche …»
(Giancarlo Collet)

Konzilsblogteam

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/auf-dem-weg-zu-einem-missionsschema/