Eine Ohrfeige muss es für die Periti auf dem Konzil, die theologischen Experten und Berater, gewesen sein. «Bei der ersten Arbeitssitzung am 15. September 1964 erhielten die Konzilsväter ein Liste mit drei die Aufgaben der Periti betreffenden Normen, die der Papst am 28. Dezember des Vorjahres der Koordinierungskommission mitgeteilt hatte.
Verlangte die erste dieser Normen von den Periti, auf jede ihnen gestellte Frage ‹mit Wissen, Klugheit und Objektivität› zu antworten, verbat ihnen die zweite, ‹Meinungen oder Ideen in Umlauf zu bringen, Interviews zu geben oder öffentlich die eigenen Ansichten über das Konzil zu vertreten›, und die dritte forderte sie auf, ‹das Konzil nicht zu kritisieren und auch keine Informationen über die Arbeit der Kommissionen an Aussenstehende weiterzugeben›. Kardinal Felici vergass es nicht, darauf hinzuweisen, dass die Nichtbeachtung der Regeln zur Amtsenthebung der betreffenden Periti führen würde.
Offenbar wurde die Mitarbeit der Experten von manchen Bischöfen als Hindernis für einen schnellen Konzilsabschluss gesehen. Expertenmeinungen bringen eben immer auch die Komplexität der Fragen zur Geltung und machen die Problemwahrnehmungen nicht einfach nur leichter. Dazu kommt, dass auch die Vielfalt an Meinungen und Perspektiven, auch wenn sie wohlbegründet sind, das Formulieren eines Konsenses nicht beschleunigt.
Bei der dritten Konzilssession wurden die Periti jedenfalls schlussendlich weniger gehört als zuvor. Von manchen entscheidenden Kommissionssitzungen wurden sie kurzerhand ausgeschlossen. Kardinal Heenans Kommentar zur Abwehr des Einflusses der Periti wurde von Kardinal Felici wiedergegeben. Es gehe um eine notwendige Behauptung der bischöflichen Autorität gegenüber den Periti. Felici selbst fügt dazu an: «Diese letzten Worte laden zum Nachdenken ein.»
(ab; A4, 14-16)
Konzilsblogteam
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