Am 8. August 1964 – es war das Jahr der Machtübernahme der Militärs in Brasilien – kam Antonio Batista Fragoso mit seinen Eltern und Geschwistern als erster Bischof nach Crateús, das im Nordosten Brasiliens liegt. Ihn bewegte seit Konzilsbeginn das Wort aus der Gerichtsrede bei Matthäus: «Was ihr einem unter diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mit getan» (Mt 25,40).
Die Frage nach der Identität zwischen Christus und den Armen steht auch hinter dem kritischen Blick auf das Konzil, an dem Fragoso während allen Sitzungsperioden teilnahm, als er erklärte: «Das Konzil der Armen gab es noch nicht. Die Kirche gehört den Armen oder sonst ist sie nicht die Kirche Jesu Christi. Und so ein Konzil der Armen hat noch nicht stattgefunden. Es gab das Konzil der modernen Welt von heute, wunderbar in seiner Versöhnung mit der Welt von heute und der irdischen Wirklichkeit. Aber es ging nicht um die Armen, die Geschundenen; das gab es nicht. Also hoffe ich, dass das nächste Konzil ein Konzil der Armen ist und dass es der Welt das Projekt Jesu offen legt, das einzige Projekt in der Welt, welches die Existenz der Kirche in der Welt rechtfertigt».
(Giancarlo Collet)
Konzilsblogteam
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