Vom Verräter zum Hauptmitarbeiter

Während einer Retraite im Jahr 1963 hält Gérard Philips Rückschau und fasst dabei die geistliche Bedeutung dieser Erinnerungen zusammen:
«Es ist ja doch seltsam, während einer geistlichen Retraite Erinnerungen an das Konzil zu schreiben. Aber mir scheint das nicht eine Abweichung zu sein (doch mache ich mir vielleicht Illusionen), denn in dieser Geschichte ist es Gott, der den Weg angibt: einen aussergewöhnlichen und manchmal unerklärbaren Weg. Wie ist es möglich, dass ich, der Überläufer und Verräter, ein Mitarbeiter, sogar der hauptsächliche Mitarbeiter geworden bin? Ich habe nichts dafür getan, so wie ich auch nichts getan hatte, weswegen ich als Überläufer stigmatisiert werden könnte, selbst wenn ich zugebe, dass meine Stellung während der ersten Konzilssession bizarr und vielleicht zweideutig erscheinen konnte. Aber wie dem auch sei, meine Mitarbeit konnte scheinbar dazu dienen, einen Kompromiss zu ermöglichen» (Phi 94 f.).
Er nimmt sich vor, auf Christus zu schauen, «ohne Bedingungen zu stellen, ganz einfach, also ohne Hintergedanken von Eitelkeit oder Demut, sondern nur mit dem aufrechten Willen, die eigene Intelligenz einzusetzen und keine Arbeit zu sparen, und vielleicht zuerst, empfänglich und geduldig zu sein, ohne Verkrampfung» (Phi 95).
(emf)

Konzilsblogteam

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