Von der Vorsehung geschickt

In der dritten Konzilssession wird – am 21. November 1964 – die Konstitution über die Kirche verabschiedet. Sie ist einer grossen Arbeit von Gérard Philips zu verdanken, der in diesem Blog schon mehrfach gewürdigt wurde. Als Kardinal Suenens ihm hinter den Kulissen den Auftrag gab, einen Alternativtext zum vorbereiteten Dokument zu verfassen, konnte das nicht lange verborgen bleiben. Entsprechend wurde Philips während der ersten Session angefeindet (vgl. Phi 85 f.). Im Laufe der Zeit setzte sich der Entwurf von Philips durch, konnte er das Vertrauen sogar von Kardinal Ottaviani gewinnen, und Philips wurde so zur zentralen Figur der Vorbereitung der Kirchenkonstitution.
In diesem Sinne sagt Yves Congar über Philips: «Dieser Mann war von der Vorsehung geschickt» (Co 1,549). Er habe zwar nicht alle Gaben: Seine Texte seien etwas fade, aber er habe die erstaunliche Gabe, jeden Gegner ganz friedlich zu entwaffnen. «Er allein konnte machen, was er gemacht hat, nämlich dem offiziellen Text durch einen neuen Text ersetzen, ohne Kampf und Krise» (Co 1,567).
(emf)

Konzilsblogteam

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/von-der-vorsehung-geschickt/