«Dass die Wiedervereinigung der getrennten Christen – der Ökumenismus, wie man wenig schön und leicht missverständlich im Lateinischen sagt – auf dem zweiten Vatikanischen Konzil diskutiert wurde, war schon für sich ein kirchengeschichtliches Ereignis, dessen Konsequenzen gar nicht abzusehen sind. Selbstverständlich gab es auch hier Gegenstimmen. Aber sie waren hier noch mehr vereinzelt und noch weniger repräsentativ als in anderen Debatten.
Das Schema ‹De Oecumenismo› war vom Sekretariat für die Einheit der Christen unter der Leitung von Kardinal Bea unter Einbeziehung und Zusammenfassung der in der ersten Session vorgelegten ökumenischen Texte der theologischen Kommission und der Kommission für die orientalischen Kirchen überdurchschnittlich gut vorbereitet worden. Dies wirkte sich für die Debatte insofern sofort günstig aus, als weniger negativ kritisiert zu werden brauchte und die Diskussion mehr auf das Positive und Konstruktive gerichtet werden konnte. Es war dabei ein grosses Erlebnis, zu sehen, wie nicht nur aus dem zentraleuropäischen Raum, sondern auch aus Italien, Spanien, Nord- und Südamerika, von Afrika und Asien höchst eindrucksvolle Stimmen für den ‹Ökumenismus› (der ja nicht eine Theorie und Doktrin, sondern eine pastorale Aktion und Bewegung sein will) laut wurden. Die Diskussion dauerte vom 18. November bis zum Ende der zweiten Session und ist noch nicht abgeschlossen.»
(Kü 238; ab)
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