Jean Ziegler, 83, kämpft weiter

Jean Ziegler: Der schmale Grat der Hoffnung. Meine gewonnenen und verlorenen Kämpfe und die, die wir gemeinsam gewinnen werden. Bertelsmann 2017. 978-3-570-10328-9. 320 S., CHF 29.90

«Ich werde den Kampf fortsetzen. Und ich werde nicht aufgeben.» So schreibt der 83jährige Jean Ziegler in seinem neuesten Buch. Er schildert die Kämpfe, die er in seinem langen Leben verloren oder gewonnen hat. Wie es der Untertitel ausdrückt, will er seine Leserinnen und Leser motivieren, wie er unermüdlich für eine gerechtere Welt zu kämpfen.

In seinem weitgehend autobiographisch geprägten Buch schildert er, wie es ihm bei allen seinen Kämpfen um das «elementare Gerechtigkeitsgefühl» geht. So hat er – ohne Rücksicht darauf, in der Schweiz als «Landesverräter» abstempelt zu werden – in den USA zugunsten der Inhaber so genannt nachrichtenlosen Vermögen ausgesagt. Darauf hielt ihn Israel als Freund – bis er aus dem gleichen Motiv für die unterdrückte palästinensische Bevölkerung eintrat – worauf Israel mit allen Mitteln versuchte, seine Glaubwürdigkeit zu zerstören.

Trotz solchen und unzähligen andern Schikanen dachte der unerschrockene Schweizer nie daran, seinen Kampf für eine gerechtere Welt aufzugeben.

 

Zitat I.

Ich glaube an die fortschreitende Menschwerdung des Menschen. Im Laufe meines Lebens habe ich so viel Liebe erfahren, dass es mir unmöglich erscheint, nicht an das Werk Gottes zu glauben.

Jean Ziegler: Der schmale Grat der Hoffnung

Zitat II.

Kofi Annan sagte oft zu uns: «Töte einen Menschen, und du gehst ins Gefängnis. Bringe zehn Menschen um, und du kommst in eine psychiatrische Anstalt. Schlachte zehntausend Menschen ab, und man lädt dich zu einer Friedenskonferenz ein.»

Jean Ziegler: Der schmale Grat der Hoffnung

Zitat III.

2973 Personen haben am 11. September 2001 bei den Terrorangriffen auf die Türme des World Trade Center und auf das Pentagon in Washington ihr Leben verloren. Diese schreckliche Tragödie (…) hat viele Hundert Millionen Fernsehzuschauer erschüttert. (…) Laut den Unterlagen der UNO sind am selben Tag 35 000 Kinder unter zehn Jahren dem Hunger oder der Unterernährung zum Opfer gefallen. Wie an jedem andern Tag in jedem Jahr. Dieser Massenmord hat im Westen keinerlei Gefühlsregungen hervorgerufen.

Jean Ziegler: Der schmale Grat der Hoffnung

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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