Konzilstexte sind Texte, die von Menschen verfasst werden und darum genauso auf Fehler und Schwächen untersucht, auf bessere Stringenz und Klarheit weiterentwickelt werden müssen wie andere Texte auch. Umso sorgsamer arbeiten Bischöfe und Theologen in der Entstehungsgeschichte an den Dokumenten.
Yves Congar notiert während der mühseligen Textarbeit der zweiten Intersessio eine Erfahrung, die all jene kennen, die Texte verfassen und mit Texten arbeiten:
«Die GANZE Unterkommission ist versammelt, und wir gehen die Texte, die durch die beiden Unter-Unter-Kommissionen revidiert worden sind, nochmals durch. Heute morgen die ersten zwei Kapitel. Es ist unglaublich, man würde es nicht meinen, aber es ist so und ich habe diese Erfahrung zwanzigmal gemacht: in einem Text, den man zehnmal gelesen, Wort für Wort diskutiert hat, findet man immer noch etwas zu verändern und zu verbessern, manchmal Fehler oder Zweideutigkeiten, die korrigiert werden müssen. Man bemerkt die Schwächen eines Textes erst dann, wenn man aus diesem Text HERAUSGEGANGEN ist» (Co 2,69).
(emf)
Konzilsblogteam
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant