«Anfang mit spektakulärer Unterbrechung», so kann die erste Konzilssitzung vom 12. Oktober 1962 http://www.kirchenblogs.ch/d/blogs/konzilsblog/dat/2012-10-01 eingeschätzt werden. In der Konzilsliteratur wird dieser Tag, an dem die Wahlen zu den Kommissionen vertagt wurden, als eine der entscheidenden Wenden des Konzils eingeschätzt.
Dass dies nicht nur eine nachträgliche Einschätzung ist, belegt eine von Yves Congar festgehaltene Bemerkung Kardinal Alfredo Ottavianis zu Gérard Philips vom Juni 1964. Anlässlich der mühseligen Diskussion über die Tradition seufzt Ottaviani: «All dieses Übel kommt vom Komplott, durch den man anlässlich der Bildung der Kommissionen in die Theologische Kommission eine Gruppe von Belgiern, Franzosen, Deutschen und Holländern eingeschleust hat.»
Congars Kommentar dazu: «Ein befremdliches und entlarvendes Wort. Es lässt gut erkennen, dass die Kurie (und das Heilige Offizium) einen Plan hatte und dass sie damit rechnete, dem Konzil mit blossen Detailkorrekturen sein Raster und seine Texte aufoktroyieren zu können. Die freie Wahl der Kommission war ein entscheidender Gewinn. Sie hat es erlaubt, dass auf dem Konzil, mühsam, in einer langsamen, aber fortschreitenden Eroberung, die Ecclesia [Kirche] über die Kurie Oberhand gewinnt» (Co 2,98).
(emf)
Konzilsblogteam
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