Konzil und Armut

In der gleichen Ausgabe der der «Schweizerischen Kirchenzeitung», die gestern im Konzilsblog erwähnt wurde, wird ein drittes grundlegendes Konzilsthema angeschnitten: die Frage der Armut. Sowohl die beiden Konzilspäpste Johannes XXIII. wie auch Paul VI. betonten mit vielen Konzilsvätern die grosse Bedeutung der Armut, was auch von Theologen und Laien aufgegriffen wurde. Konzilsväter machten im Hinblick auf die Kirchenkonstitution in der zweiten Konzilssession Vorschläge, damit die Kirche als die arme Braut des armen Christus erscheint.
Diese Gedanken flossen schliesslich in das wichtige 8. Kapitel von «Lumen gentium» ein: «Wie aber Christus das Werk der Erlösung in Armut und Verfolgung vollbrachte, so ist auch die Kirche berufen, denselben Weg einzuschlagen, um den Menschen die Früchte des Heiles mitzuteilen. Christus Jesus ›hat, obwohl er in Gottesgestalt war, (…) sich selbst entäussert, indem er Knechtsgestalt annahm‹ [Phil 2,6], und ist unsertwegen ›arm geworden, obwohl er reich war‹ [2 Kor 8,9]: So ist die Kirche, auch wenn sie zur Erfüllung ihrer Sendung menschlicher Mittel bedarf, nicht errichtet, um irdische Ehre zu suchen, sondern um Demut und Selbstverleugnung auch durch ihr Beispiel auszubreiten.»
(ufw; LG 8; Die Bedeutung der Armut für Kirche und Welt, in: SKZ 132[1964], Nr. 23, 311 f.)

Konzilsblogteam

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