Yves Congar und Papst Paul VI.

Bereits seit einigen Tagen erwartet und erhofft P. Yves Congar OP eine Audienz bei Papst Paul VI. Zunächst auf den 6. Juni geplant, erfährt Congar am selben Vormittag, dass sie verschoben werden muss, doch einige Tage später kommt es dann zu einer Begegnung. Doch vor seiner Abreise wird er doch noch empfangen.
Congar legt dem Papst, insbesondere im Blick auf die orthodoxen Kirchen, eine noch nicht erarbeitete Communio-Ekklesiologie ans Herz. Paul VI. fragt ihn, was er damit sagen will: eine Kirche, die doch eine Vielfalt von Riten und Gewohnheiten kennt. Dieser Teil des Gesprächs dürfte der Grund sein, warum Congar im Rückblick Paul VI. als sehr aufmerksam charakterisiert, in ekklesiologischen Fragen aber die Vision vermisst, die es eigentlich bräuchte.
Congar regt an, wie zuvor beim 4. Laterankonzil und beim Konzil von Trient ein konziliares Glaubensbekenntnis zu verfassen – und erhält von Paul VI. sogleich den Auftrag, einen Entwurf dazu vorzulegen.
Weitere Gesprächsthemen sind die Zeitschrift Concilium sowie der Projekt, in Jerusalem ein ökumenisches Institut einzurichten. Die Rede kommt ausserdem auf den Laien-Auditor Jean Guitton, was Yves Congar in Verlegenheit bringt. Die Meinung Pauls VI., dass der französische Philosoph die Laien gut repräsentiere, teilt Congar nicht, wagt dies aber nicht zu sagen. Im Rückblick wirft Congar sich Feigheit vor …
(emf; vgl. Co 2, 115-118)

Konzilsblogteam

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