Ein «neues Pfingsten» – oder: pneumatologische Initialzündung des Konzils

Das II. Vaticanum war zuallererst und in vielerlei Hinsicht ein geistliches Ereignis. Ein «neues Pfingsten» sollte es ja dem Wunsch zufolge werden, den Papst Johannes XXIII. in seiner Ansprache zur Eröffnung des Konzils äusserte. Dazu gehörte auch, dass im Laufe der Konzilsarbeiten das Bewusstsein für die notwendige Aufmerksamkeit für das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Theologie wuchs.
Dies war u.a. ein Verdienst des griechisch-orthodoxen «nichtkatholischen Beobachters» Nikos Nissiotis (s. Blogeintrag vom 7. April 2014): er mahnte immer wieder an, in den werdenden Konzilstexten die pneumatologische Dimension gebührend zu berücksichtigen. Wohl auch aufgrund solcher ökumenischen Konzilserfahrungen veröffentlichte Yves Congar 1967 in der Revue des Sciences philosophiques et théologiques (www.rspt.fr) einen Artikel über die Pneumatologie in der katholischen Theologie. Er liest sich wie ein immenses konzilsinspiriertes Arbeitsprogramm und ist Initialzündung für das, was in sein Alterswerk Je crois en l’Esprit saint (1979) / Der Heilige Geist (1982) mündet.
 
 (mq; vgl. Ansprache von Papst Johannes XXIII. zur Eröffnung des Zweiten Vati­ka­ni­schen Konzils [11. Oktober 1962], in: Ludwig Kaufmann, Nikolaus Klein, Johannes XXIII. Pro­phe­tie im Vermächtnis, Fribourg/Brig 1990, 116–150, 129; zur pneumatologischen Sensibilisierung durch Nissiotis s. Lukas Vischer, Grenzgänger zwischen Ost und West, in: Marina Nissiotis [Hg.], Nicos Nissiotis. Religion, Philosophy and Sport in Dialogue. In Memoriam, Athen 1994, 349-353, 352; Yves Congar, La pneumatologie dans la théologie catholique, in: RSPT 51 [1967], 250–258 sowie ders., Je crois en l’Esprit Saint, Paris 1979 bzw. die deutsche Übersetzung ders., Der Heilige Geist, Freiburg i.Br. 1982)

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