Henri de Lubac SJ gehörte zu den Konzilstheologen, die einerseits mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg hielten, andererseits aber nicht ungefragt alles kommentieren wollten. Es bedurfte immer wieder des Rufs sensibler Konzilsväter, die berufene Theologen wie de Lubac ermunterten, ihre bereichernde Meinung in das Gesamt der Diskussion einzubringen und diese so voranzubringen.
Anfang Juni 1964 – de Lubac nahm in Rom an der mehrtägigen Sitzung der Theologischen Kommission teil – wollte Erzbischof McGrath (Panama) wissen, was de Lubac vom Textentwurf der künftigen Pastoralkonstitution hielt. «Ich sagte ihm, dass ich mit der guten Intention von P. Häring einverstanden bin, und dass mich deren Durchführung wenig begeistert.» McGrath schlug daraufhin vor, in der Sitzung der Theologischen Kommission einen Redebeitrag de Lubacs zu ermöglichen. Der Plan des Bischofs war, während der Sitzung eine (in diesem Fall vorbereitete) Anfrage an den Theologen zu richten. Nachdem Henri de Lubac diesen Vorschlag ablehnte, bat ihn McGrath, einen kleinen Text zu verfassen, in dem er seine Sicht der Dinge darlegen sollte. «Dies tat ich heute morgen, bevor ich in den Vatikan ging. Ich gebe ihm (McGrath) meinen Text am Beginn der Sitzung, er kann darüber frei verfügen.»
(mq; Vgl. Lu II,82)
Konzilsblogteam
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