Die entstehende Zeitschrift Concilium beunruhigt die Kurie. Yves Congar unterhält sich darüber Pfingsten (17.5.) 1964 mit dem Sekretär der Zeitschrift P. Vanhengel. Da die Zeitschrift sich nicht zuletzt an Bischöfe wenden wollte und um 200 Theologen als Mitarbeiter hatte, hatte man es für nötig gehalten, den Papst über die Planungen zu informieren. Daraufhin, so hört Congar, habe Mgr Colombo, allerdings nicht im Namen des Papstes, mehrere Bedingungen formuliert. So solle Hans Küng aus dem Leitungsgremium entfernt werden; es solle ein Aufsichtsgremium von Bischöfen eingerichtet werden, und es sollten Repräsentanten römischer Theologie einbezogen werden, auch in das Leitungsgremium. Dafür sei zuerst P. Balić benannt worden, dann P. Gagnebet oder Mgr. Garofalo. «Wenn man diesen Bedingungen nicht gehorchen würde, würde Rom das Unternehmen nicht nur nicht billigen, sondern eine konkurrierende internationale Zeitschrift katholischer Theologie schaffen, welche seiner Theologie entsprechen würde» (Co 2,80). Ursprung dieses Gegenwindes scheint die Sorge der Kurie zu sein, dass jene Theologie, die sich nun im Konzil Gehör verschafft, auch nach dem Konzil ihre Wirkung entfalten würde. Die Bischöfe würden damit auch nach dem Konzil im Sinne einer offenen Theologie beeinflusst, «dass heisst, in einem Sinne, die das Ende ihrer [der Kurie] Herrschaft wäre» (Co 2,81).
Konkret scheint P. Daniélou Drahtzieher der Schwierigkeiten zu sein, die man der neuen Zeitschrift in den Weg legen möchte.
Congar rät P. Vanhengel, dass man auf die Bedingungen mit einem Zeichen, gewissermassen einem Unterpfand eingehen soll, ohne aber die Freiheit aufzugeben – wohl wissend, dass dies sehr schwierig ist: «Doch wie soll man ein Unterpfand geben und seine Freiheit wahren, und nicht durch die Logik des Systems vereinnahmt werden?» (Co 2,81).
(emf)
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