Ansprache Pauls VI. an die italienischen Bischöfe

Mitte April 1964 hielt Papst Paul VI. vor der italienischen Bischofskonferenz eine lange Rede, die in deutscher Übersetzung am 7. Mai 1964 in der «Schweizerischen Kirchenzeitung» SKZ abgedruckt wurde. Darin betont Paul VI. die Bedeutung der italienischen Bischofskonferenz und legt die Probleme dar, die ihr gestellt sind: «die übergrosse Zahl der Bistümer; die Erhaltung des Glaubens im Volk, der durch die Entwicklung des modernen Lebens, besonders durch den Laizismus und Kommunismus bedroht ist; die Probleme der Seminare und Berufe, der religiösen Unterweisung, der christlichen Gesellschaftsordnung, der katholischen Presse, der Kultur und unserer Schulen usw., die alle einer Lösung harren.»
Paul VI. betont, dass diese Probleme nicht von der Zeit gelöst werden, auch nicht von der Vorsehung, und auch nicht durch jeden Bischof allein. «Mit einem Wort: wir müssen gemeinsam vorgehen. Der Zeitpunkt ist da (und sollten wir uns darüber beklagen?), wo wir uns selbst und dem kirchlichen Leben Italiens einen starken, erneuerten Gemeinschaftsgeist mitgeben müssen.»
Im zweiten Teil der Ansprache betont Paul VI. die Wichtigkeit des Konzils. «Es ist eine Gnade, die der Herr seiner Kirche erweist.» Es sei ein Höhepunkt brüderlicher Liebe unter der Hierarchie. «Es ist ein Aufruf an alle inneren Kräfte der Kirche, ihre geistigen Energien zu entfalten, sich auf das Echteste in ihren Grundlagen, auf die Fruchtbarkeit ihres je eigenen Geistesgutes zu besinnen.» Paul VI. ermutigt die italienischen Bischöfe zu Hochherzigkeit und zu voller Zustimmung zum Konzil. Die Arbeit soll nicht ängstlich, unentschlossen, spitzfindig und polemisch, sondern offen, edel, wohlerfahren und fördernd sein.
(ufw; Ansprache Pauls VI. an den italienischen Episkopat, in: SKZ 132[1964], Nr. 18, 249–251; Nr. 19, 262–264.)

Konzilsblogteam

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/ansprache-pauls-vi-an-die-italienischen-bischoefe/