Am letzten Sonntag, dem 27. April 2014, fand eine zweifellos historisch bedeutsame Heiligsprechungsfeier statt. In Anwesenheit von Papst Benedikt XVI., der wohl seine Amtspflichten niedergelegt, aber nicht auf den Titel Papst verzichtet hat, nahm Franziskus die Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. in den Heiligenkalender auf. Dies wurde möglich, weil bei beiden Prozessen Ausnahmen gemacht wurde: Papst Franziskus sprach Johannes XXIII. heilig, ohne dass dafür der sonst übliche Nachweis eines Wunders erbracht werden musste. Und Benedikt XVI. ermöglichte die so schnelle Selig- und Heiligsprechung seines Vorgänger Johannes Paul II., weil er die fünfjährige Prozesssperre unmittelbar nach dessen Tod aufhob.
Aber hören wir Franziskus selbst, wie er sich in seiner Predigt am vergangenen Sonntag über Johannes XXIII. und Johannes Paul II. geäussert hat: «Im Mittelpunkt dieses Sonntags, der die Osteroktav beschliesst und den der heilige Johannes Paul II. der Göttlichen Barmherzigkeit geweiht hat, stehen die glorreichen Wunden des auferstandenen Jesus. (…) Der heilige Johannes XXIII. und der heilige Johannes Paul II. hatten den Mut, die Wundmale Jesu anzuschauen, seine verwundeten Hände und seine durchbohrte Seite zu berühren. (…) Sie waren zwei mutige Männer, erfüllt vom Freimut des Heiligen Geistes, und haben der Kirche und der Welt Zeugnis gegeben von der Güte Gottes und von seiner Barmherzigkeit. (…) In diesen beiden Männern, die in der Betrachtung der Wunden Christi lebten und Zeugen seiner Barmherzigkeit waren, wohnte ‹eine lebendige Hoffnung› vereint mit ‹unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude› (1 Petr 1,3.8) – die Hoffnung und die Freude, die der auferstandene Christus seinen Jüngern schenkt und die nichts und niemand ihnen nehmen kann. (…) Das sind die Hoffnung und die Freude, mit denen die beiden heiligen Päpste vom auferstandenen Herrn beschenkt wurden und die sie ihrerseits in Fülle an das Volk Gottes verschenkt haben, wofür sie ewigen Dank empfangen. (…) Und das ist das Bild der Kirche, das dem Zweiten Vatikanischen Konzil vorschwebte. Johannes XXIII. und Johannes Paul II. haben mit dem Heiligen Geist zusammengearbeitet, um die Kirche entsprechend ihrer ursprünglichen Gestalt wiederherzustellen und zu aktualisieren, entsprechend der Gestalt, die ihr im Laufe der Jahrhunderte die Heiligen verliehen haben. (…) In der Einberufung des Konzils hat der heilige Johannes XXIII. eine feinfühlige Folgsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist bewiesen, hat sich führen lassen und war für die Kirche ein Hirte, ein geführter Führer, geführt vom Heiligen Geist. Das war sein grosser Dienst an der Kirche; darum denke ich gerne an ihn als den Papst der Folgsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist.»
(ufw; vgl. www.vatican.va)
Konzilsblogteam
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/franziskus-ueber-die-heiligen-paepste-johannes-xxiii-und-johannes-paul-ii/