Lebendige Keime

Die Mitglieder des Konzilsblog-Teams wünschen allen Besuchern und Besucherinnen des Blogs frohe und gesegnete Ostern!
 
Ende April verlängert Congar seinen Aufenthalt in Rom, um noch an der Weiterarbeit am Schema XVII teilzunehmen. Am darauffolgenden Sonntag hätte er in Strasbourg predigen sollen, und die Predigt sei auch schon vorbereitet gewesen (Co 2,68).
Dies veranlasst ihn, über die Mühe der Arbeit nachzudenken.
«Das Konzil ist unendlich nützlich. Der Weg, den es zurückzulegen erlaubt, ist fantastisch. Aber es muss zu Ende gehen!!! Ich kann nichts mehr machen und habe zwischen den Aufenthalten in Rom gerade noch die Zeit, die Korrespondenz und die kleineren Engagements auf dem Laufenden zu halten. Man mobilisiert eine Menge Leute, zu hohen Kosten, man belastet Menschen, die schon überbelastet sind, für ein ziemlich mittelmässiges Resultat. Unsere Texte sind schlussendlich ziemlich banal. Soviel Anstrengung, soviel investierte Zeit, um mittelmässige Erklärungen zu erreichen».
Doch dann denkt Congar an das, was eben doch erreicht wird: Öffnung zum Dialog, wiedererlangte Freiheiten: das lohnt den Preis. Selbst banale Errungenschaften können, wenn sie ernst genommen werden, zu echten Fortschritten führen. Und der Text über die Kirchenkonstitution enthält doch «VIEL sehr gutes: manchmal eine grosse Dichte des dogmatischen Denkens und überall einige Öffnungen, Keime.
Ich glaube an die Keime. Ich höre nicht auf zu sagen: [wenn ich wählen müsste] zwischen 100 g lebendigem Weizen und 10 Tonnen totem Holz, würde ich nicht zögern …» (Co 2,72).
(emf)

Konzilsblogteam

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