- Das Glaubensbekenntnis/Shahada: Im Vergleich zum christlichen Credo ist es sehr kurz. Es lautet: «Ich bekenne, dass es keinen Gott ausser Gott gibt und dass Muhammad der Gesandte Gottes ist.» Der Monotheismus ist bekanntlich das stark verbindende Element der drei abrahamitischen Religionen. Was uns trennt, ist der Glaube an Mohammad als den grossen Propheten. Auf der andern Seite, bei den Muslimen, wird die Dreifaltigkeit abgelehnt. Die neuere Forschung zeigt aber, dass zu Zeiten des Propheten neben dem Vater und dem Sohn zumeist auch Maria als Teil der Dreifaltigkeit betrachtet wurde – was wir ja auch ablehnen …
- Das Gebet/Salaat: Bekanntlich besteht im Islam die Pflicht zum fünfmaligen Beten. Wem fällt da nicht die Parallele zu Chorgebet unserer Klöster ein? Boshaft gesagt: Ich stelle mir vor, dass es mit dem Pflichtgebet mancher Muslim ernster nimmt als mancher Ordensmann (ich schliesse mich hier mit ein!).
- Das Ramadan-Fasten/Saum: Auch damit nehmen es wohl unzählige Muslime ernster als wir mit unseren Fastenzeiten. Es ist heroisch, wie sie bei der grössten Hitze tagsüber auch keinen Tropfen Wasser trinken. Allerdings sind für uns die nächtlichen Gelage während des Ramadan recht befremdlich.
- Die Almosen/Zakat: Dazu gehören die obligatorische Armensteuer und die freiwilligen Abgaben. Diese sind in etwa vergleichbar mit dem, was wir Christen kirchlichen oder säkularen Hilfswerken spenden.
- Die Wallfahrt nach Mekka/Hadsch: Wer körperlich und finanziell in der Lage ist, ist dazu verpflichtet. Darin unterscheidet sich der Islam vom christlichen Glauben, der ja eine solche Verpflichtung nicht kennt. Doch die freiwillige Wallfahrt, die im Mittelalter hoch im Kurs stand, ist bis heute vor allem in traditionellen christlichen Kreisen beliebt.
Aus meinem Vortrag «Was haben Christen mit den Muslimen gemeinsam?» Dublin Mai 2017/Werkwoche der Kapuziner von Nord-West-Europa
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/islam-ii-die-fuenf-saeulen-des-muslimischen-glaubens/