Wider die Konkurrenzierung in der Ökumene

Misstrauen lässt sich nicht von heute auf morgen überwinden. Das wird auch in den ökumenischen Annäherungen während der Konzilszeit erfahrbar. Bemerkenswert ist aber, mit welcher Intensität nach Annäherung gesucht wird. Diesem Bemühen dient am 15. April 1964 eine vertrauliche Zusammenkunft zwischen Vertretern des Sekretariates für die Förderung der Einheit der Christen und Vertretern des ÖRK in Mailand. Von beiden Seiten wird sehr offen gesprochen. Immer wieder wird die Sorge greifbar, die römisch-katholische Kirche würde eine separate ökumenische Bewegung aufbauen und ein Monopol in Sachen Ökumene beanspruchen. Verschiedene Zentren der Ökumene würden sich dann konkurrenzieren, statt dass eine Zusammenarbeit entstehen würde.
Umso mehr wird bei der Beratung in Mailand für intensive Kontakte und Zusammenarbeit votiert. Näherhin wird die Bildung von die Gruppen vorgeschlagen.
«1. Eine Studiengruppe für die Prinzipien und Modalitäten der Zusammenarbeit. 2. Eine theologische Gruppe mit der Kommission ‹Glaube und Kirchenverfassung›. 3. Eine Studiengruppe für das Feld der Praxis» (zit. nach A 5,576).
Die Zusammenkunft von Mailand wird zu einem wichtigen Bezugspunkt der weiteren Kooperation werden.
(emf; vgl. A 5,575f; Schm 604f)

Konzilsblogteam

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