Ökumene beschränkt sich für Jan Willebrands vom Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen nicht auf die Bemühungen um die Beziehungen zu den grossen Kirchen der Orthodoxie und der Reformation. Am 12. April 1964 fährt er nach Bressuire (im Département Deux-Sèvres), um dort Vertretern der «Petite Église» zu begegnen. Es handelt sich um eine kleine Gruppierung, die in Frankreich aus Ablehnung des Konkordates von 1801 zwischen Napoleon und Pius VII. entstanden war. Die Bewegung ist uneins, ob eine Versöhnung mit der römisch-katholischen Kirche angestrebt werden soll. Zugleich gilt es Wege zu suchen, wie dies möglich wäre, ohne dass die eigenen Vorfahren in ihrer Haltung desavouiert würden.
Erfolg werden diese Bemühungen nur für einen Teil der «Petite Église» im Poitou haben. Der grössere Teil der Bewegung wird in Distanz bleiben.
(emf; vgl. Wi 105-107)
Konzilsblogteam
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant