«Die Kirche und die Kirchen» (V) – oder: Befreiung aus «terminologischen Panzern»

In seinem Vortrag über «Die Kirche und die Kirchen» reflektiert Joseph Ratzinger in der Intersessio 1964 über die theologische Sprache: das Kirchenschema von 1963 vermeide «die in der katholischen Theologie geschichtlich nun einmal seit langem fixierte Vokabel ‹Glied der Kirche›, die sofort wieder die Leidenschaft aller Schultheologen wachrufen würde (…). Der neue Text beschreibt die Beziehungen der nichtkatholischen Christen zur Kirche unabhängig davon. Indem er sich so aus einem terminologischen Panzer befreite, wurden die Aussagen viel weiter, eine viel positivere Darstellung des gegenseitigen Zuordnungsverhältnisses und der positiven christlichen Bestimmtheit der von Rom getrennten Christen wurde möglich. Um es kurz anzudeuten: in dem Text, wie er den Vätern im Herbst 1963 vorgelegt wurde, heisst es, dass vielfältige innere Bindungen hin und her bestünden. Die Taufe sei eine solche Verbindung, dazu der aus ihr hervorgehende christliche Name, der Glaube an Christus, den Sohn Gottes und Heiland, die Gemeinsamkeit auch in anderen Sakramenten, in Gebeten und geistlichen Schätzen und endlich eine innere verborgene Verbundenheit im Heiligen Geist.»
(mq; vgl. Joseph Ratzinger, Die Kirche und die Kirchen, in: Reformatio 13 (1964), 85-108; 99.)

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