Unter diesem reisserischen Titel veröffentlichte der Mariasteiner Benediktinerpater Vinzenz Stebler die Besprechung eines Buches von Thierry Maertens, eines Mönches und Liturgiespezialisten aus Brügge, mit dem genannten Titel, das der Verlag Herder 1963 auf Deutsch herausgegeben hatte.
Im Buch selbst und auch aus der Sicht von Pater Stebler gab es verschiedene Strömungen, die der liturgischen Bewegung und der Liturgiereform feindlich gegenüberstanden, wie es Pater Stebler pointiert in der «Schweizerischen Kirchenzeitung» auf den Punkt brachte: Gläubige mit bisherigem Frömmigkeitsstil, welche Maiandachten wichtiger einschätzten als das Paschamysterium, Anhänger der Kommunion vor der Messe, Nostalgiker, die meinten, jede Neuerung sei eine Protestantisierung, aber auch Priester, welche möglichst bodenständig bleiben wollten, was Festhalten am Bisherigen bedeutete und dem bisherigen Sakramentalismus Vorschub leistete, wo dem nun wichtigeren Wort Gottes zu wenig Gewicht beigemessen wurde. P. Stebler referiert vier Faktoren, von denen eine fruchtbare liturgische Seelsorge abhänge: 1. Die Liturgie muss als Vergegenwärtigung der Heilsmysterien tiefer erfasst und ausgewertet werden; 2. Die liturgische Erneuerung ist wesentlich eine Frage der Bildung; 3. Die gesamte Seelsorge soll vom Altar ausgehen und zum Altar hinführen und 4. Die Liturgie selber bedarf der Reform, wofür es aber Zeit und Geduld braucht. Der Autor empfiehlt den Geistlichen, sich regelmässig für einen Tag zurückzuziehen, um gemeinsam mit seinen Amtsbrüdern zu beten, die Bibel zu lesen und sich in theologischen Fragen zu vertiefen. – Ob dieser Ratschlag grossflächig umgesetzt wurde?
(ufw; Dr. P. Vinzenz Stebler: Liturgische Bewegung am toten Punkt?, in: SKZ 132[1964], 146 f.)
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