Der französische Philosoph und Schriftsteller Jean Guitton (1901-1999) war der erste Laie, der von Papst Johannes XXIII. als Beobachter und Auditor zum Konzil eingeladen wurde (vgl. Konzilsblog vom 21.11.2012). Dieser hatte den ökumenisch gesinnten Guitton während seiner Zeit als Nuntius in Paris kennen und schätzen gelernt. Die daraus entstandene Freundschaft pflegte auch sein Nachfolger Paul VI. Guitton, der am 3. Dezember 1963 in der Konzilsaula zum Thema Ökumene sprach, schrieb im selben Jahr ein Buch über die Laien: «L’Église et les Laïcs» (Die Kirche und die Laien). Es wurde ein Jahr später auch in Deutsch unter dem Titel «Mitbürgen der Wahrheit. Das Zeugnis der Laien in Fragen der Glaubenslehre» veröffentlicht.
Dom Helder Camara machte nicht ohne Grund unter den Bischöfen Propaganda für dieses Buch, wie er in seinem Rundbrief an seine «Familie» vom 21./22. November 1963 mitteilt: «Guitton ist in seinen besten Tagen, weil er sich mit einem der Lieblingsthemen von Newman beschäftigt. (…) Newman hatte sehr viel darunter gelitten, dass er in seiner Beschäftigung mit den Arianern (…) die Ansicht vertrat, dass nach dem Konzil von Nizäa die unterrichtende Kirche (discente) (abgesehen von ruhmreichen Ausnahmen) eingebrochen sei. Stattdessen sei die unterrichtete Kirche (dicente) (Kleriker und Laien) zum Instrument der von der Vorsehung bestimmten Gewährleistung der Wahrheit geworden.
Die Geschichte nach dem Konzil von Nizäa ist geneigt, einem das Herz zuzuschnüren. Die Familie hat, Gott sei Dank, genügend Glaubensgeist, um von innen und aussen diese schmerzlichen Tage zu kennen. Gibt es dort nicht eine fruchtbringende Meditation was die Zeit nach dem Konzil betrifft? …
In dieser Zeit, in der der Episkopalismus (eine Übersteigerung bischöflicher Rechte und Ansprüche) nicht aufhört, der Schatten einer zukünftigen Gefahr zu sein, würde dies der Demut der Bischöfe helfen und darauf zu schauen, was die Laien tun, auch wenn sie von den Pastoren verlassen sind, jedoch nicht von dem Pastor.
Die Perspektiven am Ende des Buches, die da und dort zu diskutieren sind, helfen weiterzudenken …»
(Giancarlo Collet; CaCi 47)
Konzilsblogteam
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