«Das erste Konzil von Louvain/Löwen, in Rom abgehalten», dieses Bonmot geht während des Konzils um. Yves Congar sinniert während seines Aufenthaltes in Rom im März 1964 darüber nach und stimmt einem gewissen Wahrheitsgehalt zu.
Es seien zwar nur 5 oder 6 Belgier – aber diese seien «ÜBERALL». Wie Congar konstatiert, stammen sie alle von oder beziehen sich auf Löwen, kennen sich deswegen und vor allem haben sie gegenseitiges Vertrauen auf ihre theologische Kompetenz und kooperieren sehr effektiv. Etwas ironisch meint Congar, das, was der Theologe Lucien Cerfaux gesagt habe, stehe für die Belgier «ein wenig über dem Evangelium». Das theologische Zentrum aber sei Gérard Philips, dem Congar in intellektueller Hinsicht solide Arbeit und zudem einen friedfertigen und versöhnlichen Charakter bescheinigt. Selbst das Vertrauen von Ottaviani habe er gewinnen können.
Congar charakterisiert die Belgier durchaus positiv, schreibt ihnen Engagement und Mut zu und vor allem den Sinn für wirksames Handeln. Einen leisen Unterton des Bedauerns kann er jedoch nicht verbergen, fragt er sich doch, wo denn der entsprechende Einsatz der französischen Instituts Catholiques sei. Für sich selbst beklagt Congar, dass er nicht wirklich aus der Rolle eines verdächtigten, mit Sanktionen belegten und verurteilten Menschen herausgekommen ist.
(emf; vgl. Co 2,33.53–57)
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