Das Kapitel über Maria entsteht im Disput der beiden Theologen Gérard Philips und Carlo Balić. Auf der einen Seite steht eine Theologie, die Maria von der Kirche abhebt und ihr eine möglichst umfassende Mittlerposition einräumen möchte (vgl. Konzilsblog vom 2.2.2014). Der Franziskaner Balić wird darin insbesondere von spanischen Bischöfen unterstützt. Auf der anderen Seite wird eine heilsgeschichtlich und biblisch fundierte Mariologie vertreten, «die Maria ihren Platz in der Heilsgeschichte zuwies und den Beziehungen zwischen Maria und der Kirche grösseren Raum gab» (Evangelista Vilanova: A 3,428). Vor allem deutsche und skandinavische Bischöfe fordern, «dass die Beziehung zwischen den Privilegien Marias und der Wirklichkeit der Kirche stärker betont werden solle» (Evangelista Vilanova: A 3,429). Chilenische Bischöfe verlangen «eine Darlegung der Lehre, in der deutlicher zum Ausdruck kommt, dass Maria so tiefgreifend in das Volk Gottes eingefügt ist, dass sie dessen Synthese darstellt» (zit. nach A 430).
Am 20. Februar 1964 präsentieren Gérard Philips und Carlo Balić der zuständigen Subkommission als Ergebnis langen Ringens einen gemeinsamen Text.
(emf)
Konzilsblogteam
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