Nachdem Papst Pius XII. den Schweizer Landesheiligen Bruder Klaus am 15. Mai 1947 heiliggesprochen hatte, wurden in der Folge etliche Kirchen in der Schweiz unserem Landespatron geweiht. So gibt es heute namhafte Pfarrkirchen in den grossen Städten wie Basel, Bern und Zürich, die den Namen des Hl. Bruder Klaus tragen. Aber auch etliche Dorfkirchen und Bergkapellen erinnern an den Schweizer Heiligen. Weltweit die erste Pfarrkirche, die dem damals erst seliggesprochenen Bruder Klaus geweiht worden war, ist die Kirche Bruder Klaus in Zürich-Unterstrass. Neben ihr gibt es allein im traditionell reformiert geprägten Kanton Zürich vier weitere katholische Bruder Klaus-Kirchen, nämlich in Bäretswil, Zumikon, Volketswil sowie bei der Halbinsel Au am Zürichsee. Was die künstlerische Ausstattung angeht, nimmt die Bruder Klaus-Kirche von Urdorf einen besonderen Rang ein. Diese Kirche wurde in den Jahren 1962 bis 1964 nach Plänen der Architekten Hansjörg und Otto Sperisen errichtet. Letzterer erbaute fast zeitgleich im thurgauischen Eschlikon eine weitere Kirche, die Bruder Klaus geweiht wurde. Die Kirche von Urdorf wurde von namhaften Künstlern gestaltet, so schuf der Ostschweizer Albert Wider Kunstwerke in den 1960er-Jahren und die Zürcher Künstlerin Eva Pauli ein Farbkonzept für den Altarraum in den 1990er-Jahren. Der 2015 verstorbene Bildhauer und Maler Peter Travaglini gestaltete für die Urdorfer Kirche 1965 das grosse Glasfenster, welches das Leben und die Visionen von Bruder Klaus auf einer Fläche von 32 Quadratmetern darstellt. In Anlehnung an das bekannte Radbild von Bruder Klaus zeigt das Glasgemälde von Urdorf grosse, gelb leuchtende Strahlen, um die herum sich die sieben Werke der Barmherzigkeit gruppieren. Bruder Klaus selber ist überlebensgross auf der rechten Seite des Glasbildes dargestellt, wie er mit seinem Stab und dem Rosenkranz in den Händen die Besucher seiner Kirche begrüsst. Zum Bruder-Klaus-Jahr 2017 schuf Flavia Travaglini, die Tochter des Schöpfers der Kirchenfenster, fünf Rundbilder zum Leben der Dorothea, der Ehefrau unseres Landespatrons. Diese fünf Tondi sind in unmittelbarer Nähe des grossen Bruder-Klaus-Fensters ihres Vaters an einer Längswand im Pfarrhaus angebracht und berichten in kräftigen Farben aus dem Leben der Dorothea und ihrer Familie. Flavia Travaglini malte die Rundbilder auf Holzscheiben eines Baumes aus Sachseln, wo die Gebeine des Heiligen in der Pfarrkirche ruhen.
Markus Weber
Literatur: Bischöfliches Ordinariat Chur (Hrsg.): Schematismus des Bistums Chur. Chur 1980; Maximilian Georg Kroiß: Hl. Bruder Klaus Urdorf ZH in 2013. Eine junge Pfarrei von 1960 mit alten Wurzeln aus 1173. Urdorf 2013; Tages-Anzeiger vom 13. Februar 2017: Sie schenkte Bruder Klaus die Freiheit; Klara Obermüller: Dorotheas von Flüe Leben. Urdorf 2017; Urban Fink: Bruder Klaus als Patrozinium von Kirchen und Kapellen in der Schweiz, in: Gröbli (2016), 360–372.
Bruder Klaus und Gefährten
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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