Ein Memorandum des ÖRK

Wie wird sich die ökumenische Zusammenarbeit nach dem Konzil entwickeln? Schon während des Konzils wird versucht, dafür die besten Voraussetzungen zu schaffen. Der Exekutivausschuss des ÖRK, der sich vom 10.-14. Februar 1964 in Odessa trifft, diskutiert diesbezüglich ein Memorandum mit Kritik und Vorschlägen für das konziliare Dekret. Der vollständige Text wird Jan Willebrands zugestellt.
In einem ersten Punkt postuliert das Memorandum, das konziliare Dekret solle die Identität und Eigenart der nicht-römischen Kirchen in höherem Masse anerkennen. Der Anspruch der römisch-katholischen Kirche, die wahre Kirche Christi zu sein, wird nicht als solcher angefochten, er «dürfe aber nicht bereits die Gestalt des Dialogs bestimmen» (A 5,575).
Sodann meldet sich wiederum die Sorge, dass die römisch-katholische Kirche nicht die schon existierende ökumenische Bewegung ignorieren möge, sondern sich positiv auf sie beziehen möge. So regt das Memorandum ein Vorwort an, «in dem die ökumenische Bewegung als Gabe des Geistes an alle Kirchen anerkannt werde» (A 5,575).
(emf)

Konzilsblogteam

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