«Enttäuschung» und «Bestürzung» (2)

Das Unbehagen über das Motu proprio Sacram Liturgiam und die Vorbehalte gegenüber der Kurie kommen in einer Äusserung des Bischofs von Linz, Franz Zauner, besonders zum Ausdruck:
«Wir Bischöfe und Konzilsväter sind bestürzt darüber, dass man schon so kurze Zeit nach der offiziellen Approbation der Konstitution von seiten der Kurie oder ihrer näheren Umgebung am Zentralismus festhält und mit allen Mitteln jede Dezentralisation bekämpft. Die Approbation der biblischen und liturgischen Texte in der Volkssprache war immer ein Vorrecht der Bischöfe. […] Wir Bischöfe können auch in Zukunft nicht darauf vertrauen, obschon es durch ein klares Konzilsrecht festgelegt worden ist, dass dieses Recht nicht von der Kurie geändert wird».
Bugnini bemerkt im Rückblick dazu: «Es war also zunächst eine Frage des Vertrauens». Er verweist auf die zahlreichen sprachlichen, liturgischen und historischen Ungenauigkeiten im Text des Motu Proprio, die auf Anraten des Sekretariats des «Consilium» vor der Veröffentlichung in den AAS z.T. korrigiert wurden.
Nichtsdestotrotz: Der Start zur Umsetzung der Beschlüsse zur Reform der Liturgie kann nur als unglücklich bezeichnet werden.
(Birgit Jeggle-Merz; Zitate aus: Annibale Bugnini: Die Liturgiereform. 1948-1975. Zeugnis und Testament. Freiburg i.Br.: Herder, 1988, 82)

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