Das Konzilsblog-Team wünscht allen Lesern und Leserinnen ein gutes neues Jahr.
Zugleich freuen wir uns, ein neues Mitglied unseres Redaktionsteams begrüssen zu dürfen. Dr. Michael Quisinsky ist bisher schon als Autor vieler Beiträge bekannt. Er wird neu auch mit dafür sorgen, dass für jeden Tag wieder ein kleiner Mosaikstein der Konzilserinnerung bereit steht. «Willkommen im Redaktionsteam» wünschen die Bisherigen: Arnd Bünker, Eva-Maria Faber, Urban Fink-Wagner.
Auch das Jahr 2014 wird geprägt sein von «runden» Jahrtagen, an denen die Erinnerung an vergangene Ereignisse wachgehalten und gelegentlich auch beschworen wird: so jähren sich z.B. zum 100. Mal der Beginn des Ersten Weltkriegs und der 1200. Todestag Karls des Grossen, der nicht zuletzt durch die jährliche Verleihung des Karlspreises der Stadt Aachen in den Aufmerksamkeitsradius der europäischen Gegenwartsgesellschaft hineinreicht. Im kirchengeschichtlichen Bereich ist die beginnende, mehrjährige 600-Jahrfeier des Konstanzer Konzils zu nennen, wobei das Programm entsprechend der historischen Verbindungen der einstigen Bischofsstadt mit der Schweiz grenzüberschreitend angelegt ist (http://www.konstanzer-konzil.de).
Christliches Zeitempfinden freilich umfasst, wie es nicht zuletzt die Liturgie zeigt, neben der Vergangenheit auch die Gegenwart und die Zukunft. So stellt sich die Frage nach dem Wie und dem Wozu einer christlichen Erinnerungskultur und näherhin auch nach dem Wie und Wozu der Erinnerung an das II. Vaticanum.
Hierzu schrieb vierzig Jahre nach dem Konzil Karl Kardinal Lehmann: «Wir lassen uns durch die Besinnung auf das Konzil an ein geistiges und geistliches Erbe erinnern, das wir der Vergesslichkeit unserer schnelllebigen Gesellschaft entreissen und in Dankbarkeit neu annehmen wollen. Solche Erinnerung führt uns durch Verkrustungen aller Art wieder zurück zu den unverbrauchten Quellen christlichen Lebens, vor allem zum Wort Gottes. So kann die Erinnerung neue schöpferische Kräfte entbinden, die faszinierender und wagemutiger sind als die neuesten Moden des Zeitgeistes, die morgen schon wieder von gestern sind. In diesem Sinne ist das Gedächtnis des Konzils ein herausforderndes Abenteuer, das die Wachheit und Bereitschaft, die Umkehrfähigkeit und die Sensibilität unseres Glaubens auf die Probe stellt. Gerade darum tut lebendige Erinnerung Not.»
(Michael Quisinsky; Zitat von Karl Lehmann aus: Karl Lehmann: Das II. Vatikanum – ein Wegweiser. Verständnis – Rezeption – Bedeutung. In: Peter Hünermann u.a. (Hg.): Das Zweite Vatikanische Konzil und die Zeichen der Zeit heute (FS Karl Kardinal Lehmann). Freiburg i.Br. 2006, 11-26, 26. Für den Titel dieses Beitrags vgl. Jan-Heiner Tück: Erinnerung an die Zukunft. Das Zweite Vatikanische Konzil. Freiburg i.Br. 2013)
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