Nachdem Papst Paul VI. unerwartet in seiner Schlussrede am 4. Dezember 1963 seine ökumenische Wallfahrt ins Heilige Land angekündigt hatte, entsandte er am 10. Dezember 1963 seinen Emissär Pierre Duprey (1922–2007), ein Mitglied der Ordensgemeinschaft der Weissen Väter und Mitarbeiter im Einheitssekretariat, nach Istanbul, um dem Ökumenischen Patriarchen Athenagoras die konkreten Reisepläne zu erläutern. Damit begannen intensive und langwieriger Vorbereitungen für diese Reise, da dem Ökumenischen Patriarchen zwar eine Vorrangstellung zukam, nicht aber ein Mehr an Jurisdiktion. Eine eigene Stellung behielt sich der Moskauer Patriarch vor, der Moskau als drittes Jerusalem verstand (und bis heute versteht). Athenagoras selbst konsultierte nach der Ankündigung von Paul VI. seinerseits bereits die andern Patriarchen.
Die Wahl Jerusalems als Begegnungsort von Paul VI. mit Athenagoras war sehr geschickt gewählt: Der Papst bestand darauf, diese alle Christen verbindende Stadt als einfacher Pilger zu besuchen, so dass es nicht danach aussah, dass er Athenagoras zu sich kommen lasse oder er an dessen Türe anklopfen müsse. Jerusalem war nicht so vorbelastet wie Rom oder Konstantinopel.
(ufw; Er 88)
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