Eintreten in die Ökumenische Bewegung

Eine kleine, aber höchst bedeutsame Veränderung schlagen mehrere Konzilsväter, u.a. Erzbischof Casimiro Morcillo Gonzales von Saragossa am 20.11.1962, vor. Statt der Überschrift «Prinzipien eines katholischen Ökumenismus» solle das erste Kapitel «Katholische Prinzipien des Ökumenismus» heissen. Im lateinischen Text geht es nur um einen Buchstaben: «De Oecumenismi Catholici Principiis» wird zu «De Catholicis Oecumenismi Principiis».
In der Sache geht es darum, ob die römisch-katholische Kirche in ihrer Wende zur Ökumene einen neuen, katholischen Ökumenismus begründet und somit abseits der bereits bestehenden Ökumenischen Bewegung bleibt, oder ob sie von ihren eigenen, katholischen Prinzipien herkommend sich auf die bestehende Ökumenische Bewegung einlässt. In der Tat hatten vor dem Konzil manche Vertreter der Ökumenischen Bewegung befürchtet, dass die römisch-katholische Kirche die Ökumenische Bewegung links liegen lassen könnte, um einen eigenen Sonderweg zu fahren. Dass die Überschrift des 1. Kapitels tatsächlich verändert wurde und im Endtext nun von den katholischen Prinzipien des Ökumenismus spricht, ist ein eindeutiges Bekenntnis dazu, dass die römisch-katholische Kirche die Ökumenische Bewegung anerkennt und sich in sie einfügt. Erzbischof Morcillo drängt nicht zuletzt deswegen darauf, weil dies den Intentionen des Konzils weit besser entsprechen würde, insofern es «sooft dies nur irgend möglich ist, schon Bestehendes anerkennen und stärken will». Statt einen zweiten Ökumenismus zu begründen, sei es besser, mit der schon bestehenden ökumenischen Bewegung zusammenzuarbeiten.
(emf; vgl. AS 2/5,606-608)
 

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