Warum ich beim Bruder-Klaus-Blog mitmache!

Wenn ich erklären soll, wo ich her komme, frag ich gern zurück, ob Bruder Klaus bekannt sei. Wenn dem so ist, erkläre ich dann, er stamme aus meinem Dorf.

Irgendwann entstand dieses Spiel als eine meiner Weisen, selbstironisch mit dem Umstand umzugehen, dass es für einen Sachsler vor ihm kein Entrinnen gibt: Er war vor dir da, ist jetzt da und wird noch nach dir da sein.

Niklaus von Flüe gehört also zu mir, seit ich denken kann.

In meinem Fall geht die Nähe auch über die genealogische Vernetzung hinaus, die fast alle seit Generationen Einheimischen für sich reklamieren können. Ich wuchs in der Zeit heran, als die Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln renoviert wurde – mit verantwortet von meinem Vater, der den Kirchgemeinderat jahrelang präsidierte.

Auf unserem Grundstück hatte mein Onkel Alois Spichtig seine Bildhauerwerkstatt. Ich sah somit praktisch jedes Stück (sakraler) Kunst entstehen und half je länger je geschickter oft an letzten Handgriffen mit. Zu meinen frühen Erinnerungen gehört denn auch der Altar für die Sachsler Kirche, der zuerst als 1:1-Holzmodell gefertigt wurde, was mich sehr fasziniert hat: So raffiniert täuschten die paar weissen Pinselstriche Marmor vor!

Der Gestalter und Konservator des Museum Bruder Klaus lebte und arbeitete «auf du und du» mit unserm Heiligen neben unserer Haustür.

Und die bei uns im Haus wohnende Tante war für die Administration des Museums zuständig. Höchst belustigt zeigte sie mir einst die Vernissage-Einladung einer Kunstgalerie, die das Museum erreichte. Als Adresse stand da: «An Herrn Klaus Bruder …»!

Vielleicht war das die erste bewusste Entfremdungserfahrung: zu realisieren, dass es Menschen gibt, die keinen Schimmer davon haben, was das für einer war und ist, dieser Niklaus von Flüe.

Seither ist die kindliche Selbstverständlichkeit dem nachhaltigen Fragen gewichen: Wer bist du? Wer ist der Mensch? Wer ist Gott? Wer bin ich?

Niklaus von Flüe ist und bleibt ein faszinierender und verlässlicher «Guide» auf den Pfaden meiner Gottsuche. Ich habe gelernt, es als Gnade zu erkennen, dass ich ihm nicht entrinnen kann. Gnade, die verpflichtet.

Peter Spichtig op

 

Siehe auch: Peter Spichtig: Alois Spichtig und die sakrale Kunst in der Schweiz, in: Gröbli (2016), 272–276.

Bruder Klaus und Gefährten

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