Das nächste Übel erscheint von aussen betrachtet als bedeutend harmloser als das vorangegangene. Gerade deswegen möchte ich es als besonders perfid und übergriffig brandmarken. Es gibt Familien, in denen viel geküsst wird, und Familien, die andere Traditionen haben. Auch ist die Küsserei unter Frauen doch deutlich verbreiteter als beim Rest der Menschheit. Gerade darum ist dies vielleicht auch erster Schritt zu einer feindlichen Übernahme des Patriarchats via ungefragtes Küssen?
Es ist wie mit dem Duzen: Ich möchte auch mit meiner Körperlichkeit zeigen, ob ich jemandem fern, nahe oder gar sehr nahe stehe. Und nur für das letztere taugt das Küssen, ausser man(n) ist oberflächlicher Flattervogel oder altpatriarchaler Macho (denken wir an Herrn Juncker!). Also, liebe Leute, lässt die Lippen von meinem Gesicht.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant