Präzisierungen zur Gewalt im Islam
Ein differenziertes Bild des «gewaltbereiten» Islam gibt der bereits gestern zitierte Artikel von kath.ch Hier die Fortsetzung, in welcher daran erinnert wird, dass die grosse Mehrheit der Muslime nicht in den Topf der Extremisten passt. Sie gehört zur Zielscheibe von Verrückten wie den IS_Milizen:
Oliver Krüger, Ordinarius für Religionswissenschaft an der Universität Freiburg: In der Schweiz bestehe im rechten politischen Spektrum bisweilen die Auffassung, dass der Islam generell eine gewaltbereite Mörderreligion darstelle. Das Christentum werde hingegen als Religion der Nächstenliebe gesehen. Dabei werde unterschlagen, dass das Christentum im politischen Verbund über beinahe 1500 Jahre Krieg, Verfolgung und Gewalt vor allem gegen andere Christen legitimierte.
Dass dies heute gern vergessen werde, liege vor allem daran, dass «wir teilweise in die Falle des Islamischen Staates (IS) und anderer radikalen Islamisten getreten sind». Diese stellen ihren Kampf als Kampf des Islam gegen die westliche Moderne dar. Das legitimiere für diese Gruppen auch die Gewalt im Nahen Osten gegen Muslime. Die Islamisten verteidigen nach ihrer Ansicht den wahren, echten Islam gegen korrupte islamische Regime. Selbst das saudische Regime werde als korrupt und nicht mehr richtig islamisch betrachtet, weil es mit den USA zusammenarbeitet.
(…) Die Aufrufe prominenter Imame der Sunniten und Schiiten, welche die Gewalt des IS radikal verurteilen, gehen im Westen fast unter. «Warum das so ist, müssen sich die Medien selber fragen».
Diese tappten in die genannte IS-Falle: «Man nimmt dies selektiv so wahr, weil es in das alte Muster Orient gegen Abendland passt.» Der Westen spielt nur am Rande eine Rolle. «Wir nehmen nur immer die westlichen Opfer wahr.» Die Gewalt des syrischen Regimes, das mit vergleichbarer Brutalität wie der IS seine Gegner und Zivilisten behandle – jedoch ohne Enthauptungsvideos – sei der medialen Peripherie versunken.
(…) Mit den Enthauptungsvideos unterstützen die Extremisten das Bild des gewalttätigen Islams und des bedrohten Abendlandes. Dabei werde ausser Acht gelassen, dass die meisten Opfer des IS Muslime sind. «Das beunruhigt mich zutiefst», erklärt Krüger.
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