Polarlicht
In den vergangenen Tagen soll ein Sonnensturm über die Erde gefegt sein. Auf der Sonne sollen sich die grössten Eruptionen seit 2003 ereignet haben. Die Teilchen, die da ausgeschleudert werden, können das Magnetfeld der Erde stören. Es wurde – wohl nicht nur hier – vor Stromausfall und Ausfällen von Navigationssystemen gewarnt. Der Sonnensturm soll aber auch dazu beitragen, dass die Polarlichter hier im Norden sehr gut gesehen werden könnrn. Wir Südländer wollten uns dieses Schauspiel nicht nehmen lassen. Wir haben uns warm eingepackt, heissen Kakao und Tee abgefüllt und haben abends die Stadt verlassen. Wir wollten uns einen Platz suchen, dunkel irgendwo auf einem Feld, um das Polarlicht zu bestaunen. Zunächst entbrannte eine grössere Diskussion, da die einen behaupteten, dass man das Polarlicht nur bei schönem Wetter sehen kann – die anderen das Gegenteil. Die Zweiten waren wohl unsere Mutmacher, denn der Himmel über uns war Wolken und Nebel verhangen. Trotzdem rief immer wieder jemand aus dem hinteren Teil des Busses: Da das Nordlicht! Ein paar Sekunden oder Minuten später wurden wir enttäuscht, denn es waren lediglich die Scheinwerfer eines Sportplatzes…Wir fuhren etwa 40 km nördlich von Uppsala auf ein Feld hinaus, wo es dann kein künstliches Licht mehr gab, aber Nordlicht sahen wir nicht. Zu neblig, zu wolkig. Als dann Lukas auf seinem Handy das Satellitenbild aufrufen wollte, um zu sehen, ob es etwas bringt, wenn wir weiter nordwärts fahren, da hatte er keinen Empfang. Wir werteten das als SEHR gutes Zeichen, weil doch der Sonnensturm Navigationssysteme ausser Kraft setzen kann. Also fantasierten wir, dass wir eigentlich mitten in diesem Sonnensturm drinstehen und über uns das wunderbare Nordlicht Farben an den Himmel zaubert. Und wir alle nur eine Wolkendecke davon entfernt…. aber eben, es blieb beim Fantasieren. Nix, gar nix sahen wir. Gerne versuchen wir es in den nächsten Tagen noch einmal. Sollten wir kein Glück haben, dann überlegen wir uns im Februar nach Lappland zu reisen, um das Polarlicht dort bestaunen zu können.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


