Pilgertage
Seit gestern sind wir in Trondheim. Die Stadt ist ein grosser Marktplatz – aber besinnlicher als sonst. So sagt man uns. Die Attentate von Oslo sind all gegenwärtig. Auf dem grossen Platz brennt ein Lichtermeer und unzählige Rosen und Briefe wurden nieder gelegt. Das alles lässt uns immer wieder verstummen.
Alle Gottesdienste und Gebete beginnen mit einen speziellen Gebet für die Opfer der Attentate. Man kann nicht begreifen.
Die Stadt ist in diesen Tagen wirklich in den Händen der Pilger. Das sieht man vor allem bei den Gottesdiensten im Dom. Der ist gar nicht klein, aber immer bis auf den letzten Platz gefüllt.Gestern Abend haben wir am Wallfahrtsgottesdienst durch die Stadt teilgenommen. An verschiedensten Stationen betrachtete man verschiedene Lebensabschnitte des Heiligen Olav.
Durch ein Spalier von Fackelträgern strömten die Pilger schliesslich gegen 23 h in den Dom. Dort begann um 23.15 h die Nachtwache für den Heiligen Olav, die bis morgens um 6.00 dauerte. Ehrlich gesagt, wir haben uns dann kurz nach 24 h zurück gezogen. Denn heute morgen wollten wir zur Eucharistiefeier mit Kardinal Kurt Koch.Die Katholiken und Katholikinnen haben ( bei 1% der Gesamtbevölkerung nur logisch) den Dom natürlich nicht gefüllt. Aber das vordere Drittel war sehr gut besucht. Und weil hier so viele Sprachen und Nationalitäten zusammen kamen, war die Messe auf Latein und Kurt Koch predigte in Englisch. Für mich eine ganz neue Erfahrung!
Um 11 h war dann der eigentliche Höhepunkt des Olavstages. Das Hochamt im Dom, das als ökumenischer Gottesdienst gefeiert wurde. Ein bisschen erstaunt hat mich dabei, dass trotzdem ein Abendmahl gefeiert wurde. Die Kirche war wieder auf den letzten Platz gefüllt und wenn man sich die Leute so ansieht, dann muss man sagen, es sind viele junge Leute und viele Familien unter ihnen.
Das Angebot hier über diese Tage ist derart vielfältig, dass man morgens ganz gut planen muss, um ein einigermassen vernüftiges Programm absolvieren zu können. Für mich steht heute noch die Internationale Pilgerkonferenz und ein Interview mit Kardinal Kurt auf dem Programm. Morgen gehen wir es dann etwas gemächlicher an.
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