Heinz Angehrn

Parallelen

Habe mich hinein- und herumgehört. Und das Durcheinander in der Bewertung von Kurt ist enorm.
Grossen Spass habe ich und haben sicher auch Kritiker von Kurt an den Worten bei den Pius-Brüdern: «Damit wird in Rom die tragische Praxis weitergeführt, Untreue gegen den Heiligen Vater zu belohnen … Mons. Koch tritt bis heute für das häretische Frauenpriestertum ein. Er ist ein deklarierter Feind des Zölibates. In den letzten fünfzehn Jahren hat er sich kaum für sein abgewirtschaftetes Bistum und erst recht nicht für die rechtgläubigen Priester interessiert, die dort völlig isoliert sind. Statt dessen beschäftigte er sich gerne mit Vortragstourneen.»
kath.net verhält sich hingegen extrem und auffällig neutral und druckt Kurts Brief ab, daneben auch das Interview mit Trauffer/Garcia. Ich deute dies als eine Form von Zufriedenheit.
In kirchenkritischen Medien fällt dann hingegen schnell der Satz, dass Benedikt mit Kurt einen Gleichdenkenden an seine Seite gerufen habe und so quasi die vatikanischen Kampfreihen schliesse. Dazu vorerst dies: Der Kurt, den ich seit über 30 Jahren kenne, war nie ein weltfremder schöngeistiger Kulturkonservativer und eigentlich in früheren Jahrhunderten besser Beheimateter, wie es der Big Boss war und ist. Der Kurt, den ich als Student kennengelernt habe, liebte explizit den Diskurs mit der modern-liberalen Welt. Und vor kurzem äusserte er sich wie folgt: «Zwei Bischöfe beeindruckten mich dabei besonders: Carlo Maria Kardinal Martini, der die Exegese mit der Spiritualität zu verbinden weiss und so ein Meister der «lectio divina» geworden ist, und Franz Kardinal König mit seiner Offenheit den Weltreligionen gegenüber – ein Thema, dem wir uns, wie die unmittelbare Vergangenheit gezeigt hat, vermehrt zu stellen haben.» (SKZ-Interview mit Urban Fink).
Die hier aufgeführten Beurteilungen seiner Person und Theologie taugen nichts. Böse gesprochen: bullshit.

1. Juli 2010 | 12:46
von Heinz Angehrn
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