Heinz Angehrn

Palliativmedizin

Verweisend auf meinen Beitrag «Sterbenlassen – Gibt die Gesellschaft den entsprechenden Raum» in der SKZ 42/2008, S.695, möchte ich gerne noch Folgendes anmerken: Die drei von mir zitierten Ereignisse mit Fallbeispielen haben sich tatsächlich so ereignet, wie ich sie schildere. In jedem der drei Fälle empfanden auch weitere Aussenstehende wie etwa die engsten Angehörigen die Bedingungen, unter denen hier ein Mensch in vollem Bewusstsein seiner selbst zu sterben hatte, als unwürdig, ja unmenschlich. Weitere Details kann ich aber aus Gründen meines Berufsethos und auch des Persönlichkeitsschutzes nicht nennen.Dass unter solchen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Menschen an einen begleiteten Suizid denken, ist mehr als einsichtig. Ich bin überzeugt: Gäbe es für alle Betroffenen in der Endphase Platz auf guten Palliativabteilungen bzw. eine permanente und materiell abgesicherte Hilfe zum Sterben in den eigenen vier Wänden, es würden deutlich weniger Menschen die radikalste aller Lösungen wählen.

27. Oktober 2008 | 07:25
von Heinz Angehrn
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