Walter Ludin

Ortskirchliche Probleme ...

… nicht kleinreden
Ein bekannter Medienpädagoge hat vor Jahren den Mächtigen dieser Welt ganz handfeste Manipulations-Tricks beigebracht. Wenn man kirchenamtliche Stellungnahmen zu Reformvorschlägen sieht, könnte man meinen, unsere Bischöfe und Kardinäle seien seine gelehrigen Schüler gewesen. Dazu eine prominente Stimme:
Eine Warnung, ortskirchliche Probleme mit dem Hinweis auf das weltumspannend Katholische «kleinzureden», hat der Chefredaktor der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit», Giovanni di Lorenzo, formuliert.»Wann immer in Deutschland von der aufmüpfigen Basis die Rede ist, heisst es im Vatikan: Eure Probleme sind Luxusprobleme – ihr seid nur eine kleine Gemeinde in unserer weltumspannenden, eine Milliarde Menschen zählenden Glaubensgemeinschaft», schreibt der deklariert katholische Journalist. In dieser Hinsicht herrsche in Rom «eine bestimmte Spielart des Relativismus» vor, meinte di Lorenzo in Anspielung auf einen Ausdruck von Benedikt XVI.»Wenn einer Zahnschmerzen hat, ruft er vielleicht den Herrgott an, aber es hilft ihm nicht, wenn er erfährt, dass ein anderer eine Nierenkolik hat, die noch viel schmerzhafter ist.» Insofern tröste eine solcher Hinweis auf grössere Kontexte nicht, befand di Lorenzo. Er äusserte den Wunsch nach einem Verzicht auf derartige «Relativierungen».

20. Mai 2012 | 01:47
von Walter Ludin
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