George Francis Xavier

Oh mein Gott, die Geschichte in Indien geht weiter .......

Sexuelle Angriffe, Proteste und dann Diskussionen im Parlament. Wieder neue strengere Gesetze, wieder Akte der sexuellen Gewalt.
Dieses Mal wurden ein 5-jähriges, ein 4-jähriges und ein 9-jähriges Mädchen vergewaltigt. Zwei von ihnen kämpfen um ihr Leben. Der Hals des 9-jährigen Mädchens wurde nach der Tat aufgeschlitzt. Man wollte sie töten, damit sie den Vergewaltiger nicht identifizieren konnte. Und in all diesen Fällen waren Nachbarn die Täter.
Offizielle Zahlen zeigen, dass in Indien alle zwanzig Minuten eine Frau vergewaltigt wird. Allerdings werden viele Fälle von sexuellen Verbrechen erst gar nicht gemeldet. Indiens Verurteilungsrate wegen Vergewaltigungen und anderen Verbrechen gegen Frauen gehört zu den niedrigsten in der Welt.
Ich bin auch für strengere Regeln und will die Todesstrafe für die Täter. Aber ich bin sicher, dass die Bestrafung alleine Frauen nicht aus den Händen dieser lüsternen Männer wird retten können.
Die Europäische Union, der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Moon und Amnesty International sind alle lautstark gegen die Todesstrafe in Indien. Ich würde sagen, es ist Zeit für sie dies zu verschieben, den Fokus von der Todesstrafe abzuwenden und Druck auf die indische Regierung auszuüben, damit sie Massnahmen zur Emanzipation der Frauen in Indien umsetzt und eine Diskussion über Sexualität und Menschlichkeit beginnt.
Als der australische Missionar Graham Staines und seine beiden Söhne lebendig in ihrem Auto in Ost-Indien von radikalen Hindus verbrannt worden waren, reagierte die australische Regierung sehr effektiv und die indische Regierung musste dem Druck nachgeben.
Was passierte, als eine Schweizerin in Indien von sieben Männern vergewaltigt worden und ihr Freund verprügelt worden war? Die Schweizer Regierung gab eine Warnung an andere Touristen aus und dann dankte sie der indischen Regierung für die Festnahme der Täter. Und das, nachdem bereits im Jahr 2008 eine Schweizerin, die in der schweizerischen Botschaft in Indien arbeitete, auf einem Parkplatz vergewaltigt worden war. Die Schweiz könnte noch effektiver etwas tun.
Vorletzte Woche war der indische Premierminister mit seiner Delegation in Deutschland um über ein Freihandelsabkommen und weitere Verträge mit Deutschland und der EU zu diskutieren. Angela Merkel erwähnte das aktuelle Thema der Vergewaltigungen in Indien und wie immer sagte der indische Premier: ‹we will do our best›. Ist das alles?
Es ist an der Zeit für die ganze Welt zu reagieren und mit strengeren Massnahmen die Frauen in Indien zu retten oder zu sichern.  Es ist nicht der Terrorismus, es ist nicht die Finanzkrise, es ist nicht Pakistan, es ist auch nicht die Armut das grösste Übel und der grösste Feind von Indien. Sondern das indische kulturelle Tabu, welches es niemandem ermöglicht, Liebe und Fürsorge für andere Menschen vor einer anderen Person auszudrücken. Es zwingt sie alles in der Dunkelheit zu tun.
Ich erinnere mich daran, was John Lennon sagte. «Wir leben in einer Welt, in der wir uns verstecken, um Liebe zu machen, während Gewalt am helllichten Tag praktiziert wird.»  (»We live in a world where we have to hide to make love, while violence is practiced in broad daylight.»)
Wie sieht die Zukunft der Welt aus, wenn mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung in Indien lebt und sie sich so verhält? Unter den mehr als einer Milliarde Menschen dort, sind 65% jünger als 35. Indien ist das Land, aus dem die meisten Menschen (aus berechtigten Gründen) auswandern. Wenn Indien sich Frauen gegenüber so verhält, ist das nicht nur ein inländisches Problem, sondern ein internationales Problem. Ich will nicht, dass diese Art von Kultur sich ausserhalb von Indien ausbreitet. Es ist Zeit für die internationale Gemeinschaft zu reagieren und effektiv zu reagieren.

28. April 2013 | 00:00
von George Francis Xavier
Lesezeit : ca. 2  Min.
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