Konzilsblogteam

Österreichisches

Während der zweiten Intersession fand vom 19. bis 21. Mai 1964 ein Treffen der deutschsprachigen Bischöfe statt. Der Strassburger Bischofskoadjutor Léon-Arthur Elchinger, der als Verbindungsmann zwischen den Deutsch- und Französischsprachigen fungierte, verfasste ein für den künftigen Kardinal Roger Etchegaray, Sekretär des französischen Episkopats, bestimmtes Protokoll.
Darin ist zu lesen, dass «ungefähr siebzig Konzilsväter anwesend waren, von denen sechs Bischöfe jenseits des Eisernen Vorhangs wirken». Letztere konnten an dem Treffen teilnehmen, da es auf österreichischem und somit neutralem Boden abgehalten wurde. Die Teilnehmer hatten zur Vorbereitung Gutachten über einige Schemata zugeschickt bekommen.
Unter der Leitung des Münchener Erzbischofs Julius Kardinal Döpfner besprachen die Konzilsväter diese Gutachten und einigten sich auf einige grundlegende Optionen. Am meisten war dabei das Schema VIII über die Priester Gegenstand von Anmerkungen, wenngleich sich die Versammlung «ziemlich zufrieden» über es äusserte: so wurde v.a. vorgeschlagen, die Verbindung des Priesters mit dem ganzen Volk Gottes zu betonen, ebenso sollten «das gemeinschaftliche Leben und der dem Bischof geschuldete Gehorsam» empfohlen werden.
Hinsichtlich des Kapitels des Kirchenschemas, das dem universalen Ruf zur Heiligkeit gewidmet ist, wünschten sich die deutschsprachigen Bischöfe, dass in diesem Zusammenhang auch von den Ordensleuten die Rede sein solle. Hier allerdings sollte der endgültige Text von Lumen gentium einen anderen Weg gehen, indem er ein eigenes Kapitel den Ordensleuten widmete, die nicht einmal in der Aufzählung der «zahlreichen Übungen der Heiligkeit» genannt sind.
Hingegen stimmten die deutschsprachigen Bischöfe dem heftig umstrittenen Kapitel De Beata Maria Virgine zu, und zwar v.a. aufgrund seiner biblischen Grundlegung, «die bei den Protestanten auf weniger Schwierigkeiten stossen wird.»
(mq (Übersetzung); Bernard Xibaut)

21. Mai 2014 | 00:04
von Konzilsblogteam
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