Ökumene auf dem Flughafen
Flughafen Basel-Mulhouse, 30.1.1964: Congar wartet auf den Flug nach Zürich, um von dort nach Rom zu fliegen. In der Wartehalle wird er beim Lesen unterbrochen: Oscar Cullmann steht vor ihm. Sein Ziel ist ebenfalls Zürich, von wo er in die Vereinigten Staaten reisen wird. So haben sie Zeit für einen zweistündigen Austausch. Congar notiert: «Ich stelle fest, in welchem Mass er sich für das Konzil interessiert. Er sagt mir, dass Barth gern zur ersten Session gekommen wäre, aber er fühlt sich müde. Er kann nicht an seiner Dogmatik weiterarbeiten und wird sie nicht vollenden. Jedoch könnte er vielleicht für 14 Tage kommen. Ich werde das in Rom einbringen» (Co 2,8). Das wird er einige Tage später tatsächlich tun (vgl. Co 2,20). (In der Tat wird Karl Barth eingeladen werden, doch muss er aus gesundheitlichen Gründen verzichten. Erst 1966 wird er seinen Besuch «ad limina apostolorum» nachholen).
In Rom berichtet Philips Congar über die neuesten Entwicklungen. Nachmittags findet bereits wieder eine Sitzung statt. «Man trifft sich wieder, als ob man sich erst am Vorabend getrennt hätte. Man kommt wieder ins Lateinische zurück. Man fühlt sich sehr wie daheim». Anders scheint es P. Tromp zu gehen. Über ihn schreibt Congar: «P. Tromp, allein in den Büros des Sekretariates der Kommission, wirkt wie eine alte, ein bisschen heruntergekommene Schlossherrin, die noch in einem zu grossen und leeren Schloss wohnt» (Co 2,10).
(emf)
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